Tipps für Nähanfänger: 10 Dinge, die Anfänger gerne falsch machen

Ich vermute, dass die meisten Nähbegeisterten in meinem Bekanntenkreis sich das Nähen selbst beigebracht haben. Ein paar sind dabei, die mal für einen Abend einen Kurs belegt haben, andere haben das Nähen von ihren Großmüttern gelernt, nur eine Bekannte ist gelernte Modeschneiderin.

Das ist ja das Tolle am Nähen. Man kann sich da wunderbar selbst “reinfrickeln” und durchaus tolle Ergebnisse erzielen.

Dass Nähen nur schön und einfach ist, ist jedoch ein Irrtum. Wenn es rund läuft sorgt das Nähprojekt für pure Glücksgefühle. Aber wer kennt nicht auch die Momente der Verzweiflung: nichts geht mehr voran, alles läuft schief, am liebsten würde man alles in die Ecke werfen. Oft liegt es daran, dass man als Autodidakt bestimmte Dinge einfach noch nie gehört hat und sich somit selbst im Weg steht.

Dabei lassen sich mit ein paar hilfreichen Tipps weitverbreitete Fehler vermeiden. Dadurch steigt der Spaß am Nähen und die Ergebnisse werden auch sichtbar besser.

Nähtipps für alle Maschinen

Die folgenden Tipps richten sich an alle Nähanfänger. Auch wenn du bereits versiert an deiner Maschine nähst und jetzt auf eine Overlock umsteigst, solltest du dir beim Start mit der Overlock Nähmaschine die folgenden Punkte zu Herzen nehmen. Hast Du schon alle Punkte verinnerlicht?

Lies diese 10 Punkte genau durch. Auch wenn welche dabei sind, die du schon weißt, hilft es manchmal sich nochmal daran zu erinnern worauf es ankommt.

10 Fehler, die Nähanfänger gerne machen

1. Du fährst zu schnell

Kennen wir ja aus dem Straßenverkehr, wer den Fuß nicht vom Gas nimmt wird früher oder später bestraft. Je schneller du nähst, desto höher ist das Risiko, dass deine Nähte unsauber werden.

2. Du ignorierst die Nahtzugabe oder du nähst die Nahtzugabe nicht sauber?

Ja. Am Anfang ist das schwer.

Zuerst muss man die Nahtzugabe anzeichnen und dann darauf achten, dass sie überall gleich groß ist. Wenn du mit Schnittmustern arbeitest, bist du gut beraten, die empfohlene Nahtzugabe auch zu verwenden. 7 mm sind halt 7 und nicht 10 mm. Gibt dir beim Anzeichnen an diesem Punkt einfach etwas mehr Zeit. Vertrau mir – am Ende zahlt sich das aus. Bei einem Kissen mag das nicht so dramatisch sein. Bei Kleidung merkt man es schnell, wenn ein paar Millimeter fehlen.

Beim Nähen selbst ist der Trick, dass du nicht auf die Nadel, sondern auf die Nahtkante achtest.
Für das Nähen mit der Overlock ist die Nahtzugabe zwar nicht so wichtig. Wenn du nun aber eine Stoffkante versäubern willst, solltest du trotzdem fähig sein an der Stoffkante eine gerade Naht zu nähen.
Korrektes Anzeichnen ist beim Nähen mit der Overlock aber trotzdem wichtig. Denn wenn der Stoff einmal abgeschnitten ist, ist er einfach weg.

3. Du wechselst den Nähfuß nicht, obwohl es angebracht wäre

Es hat schon seinen Sinn, dass es für bestimmte Einsatzzwecke bestimmte Nähfüße gibt. Der Fuß ist ja in den meisten Fällen auch sehr schnell und unkompliziert gewechselt. Wenn du eine Overlock kaufst achte darauf, dass Wechselfüße dabei sind. Der Umfang des mitgelieferten Zubehörs ist ein Qualitätskriterium.

Und wenn du keine Extra-Füße hast, kannst du sie dir auch im Set nachkaufen. Mit diesem hier bist du für alle Fälle gerüstet.

4. Du verwendest unprofessionelle Schnittmuster

Meistens geht hier alles gut. Aber wenn du fertig genäht hast und das Ergebnis einfach nicht Deinen Vorstellungen entspricht und du nicht weißt woran es liegt kann es durchaus sein, dass das Schnittmuster daran Schuld ist.
Also lies am besten die Rezensionen zum Muster oder verlasse Dich auf den Rat von jemandem der das Schnittmuster schon mal genäht hat.
Oft gibt es zu den Schnittmustern auch Videotutorials oder Beschreibungstexte, durch die du wertvolle Tipps erhältst. Lies wirklich alles durch bevor du mit deinem Projekt beginnst.

5. Du hast dich, dein Kind, dein Model nicht vermessen

Mal ehrlich: Welcher Modeschneider kann Klamotten nähen, ohne vorab Maß genommen zu haben?

Bitte tu dir den Gefallen und nimm einmal ordentlich Maß. Und wenn du etwas für dich selbst nähst bitte eine andere Person dir zu helfen. So werden die Ergebnisse bestimmt besser.

6. Du ignorierst den Fadenlauf

Oder du weißt nicht was das ist. Ja, manchmal ist es nicht sehr wichtig, wie der Fadenlauf des Stoffes verläuft. Und in den aller meisten Fällen ist es hilfreich das Schnittmuster wirklich passend aufzulegen. Worauf du achten musst, erfährst du in diesem Video.

7. Eine Nadel für alles – ist dir egal?

Wenn du die falsche Nadel verwendest kann dir das beim Nähen große Probleme bereiten. Universal-Nadeln sind nur bedingt universell. Festere Stoffe wie Leder oder Jeans benötigen eine andere Nadel als Jersey.

8. Du tauscht Deine Nadel nie aus

Ich verrate dir etwas: in diesem Punkt bin ich ganz schlecht und absolut kein Vorbild. Asche auf mein Haupt.
Die Grundregel lautet, dass man die Nadel nach jedem Projekt wechseln sollte. Ich glaube nicht, dass das jedes Mal sein muss. Aber nach 3-4 Projekten darf die Nadel schon mal ausgetauscht werden.
Tipp: Ich hab mir jetzt ein Zettelchen zu meinem Zubehör gelegt. Dort notiere ich wann ich die Nadel zuletzt getauscht habe.

9. Bedienungsanleitungen findest du langweilig

„Kann ich schon.“ „Muss ich nicht lesen, ist ja selbst erklärend“

Kennt vermutlich jeder. Entweder man hat die Anleitung zum Schnittmuster gar nicht, oder nur so halb gelesen. Und irgendwann kommt dann das Böse erwachen. Es hilft wirklich die Anleitung einmal komplett zu lesen und dann nochmal Schritt für Schritt beim Nähen

10. Du hast Angst Neues zu probieren

Dazu sag ich nur: Trau Dich! Auch wenn du bei neuen Projekten vielleicht ein paar Schweißperlen mehr verlierst: Am Ende hast du immer etwas gelernt. Und beim nächsten Mal geht es noch leichter.

11. Zusatztipp: Das Lesen von Fachliteratur hilft immer.

Für Overlock Näh-Anfänger finde ich das Buch “Overlock-die ersten Stiche” übrigens sehr empfehlenswert.
Die Grundlagen sind einmal schön schlüssig erklärt und es bleiben erstmal keine Fragen offen.

 

Und jetzt wieder ab an den Nähtisch!

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