Nähen mit der Overlock – häufige Fragen

Vermutlich bist Du hier, weil Du Dir eine Overlock-Nähmaschine zulegen willst und noch etliche Fragen zu diesem Thema hast. Es kann aber auch sein, dass Du schon erste Erfahrungen an der „Ovi“ gemacht hast, und trotzdem noch Unsicherheiten bestehen. Im Folgenden findest Du häufige Fragen zum Thema und natürlich auch Antworten rund ums Nähen mit der Overlock.

Nähen mit der Overlock

Was macht eine Overlock-Nähmaschine?

Eine Overlock schneidet und versäubert Nähte oder Stoffkanten. Dabei wird die Stoffkante durch unterschiedliche Fäden sauber „eingeschlossen“ und kann somit nicht mehr ausfransen. Das Besondere an einer Overlock ist, dass sie beide Arbeitsschritte gleichzeitig erledigt. An der Maschine gibt es die Möglichkeiten diverse Einstellungen vorzunehmen um das Ergebnis (die Naht) nach den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Das Nahtbild lässt sich durch Fadenspannung, die verwendete Anzahl von Fäden, unterschiedliche Farbwahl der Fäden, Stichart, Stichweite oder z. B. den Differentialtransport beeinflussen. Beim Nähen mit der Overlock sparst Du Zeit und erzielst gleichzeitig professionell aussehende Nähte.

Welche Overlockmaschine ist die beste?

Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten. Du solltest herausfinden, welche Overlockmaschine für DICH die beste ist. Deine Anforderungen an eine Ovi sind vermutliche andere, als die Deiner besten Freundin. Bevor Du eine Maschine kaufst, setzte Dich also mit den Maschinen auseinander und finde heraus welche Features Du auf jeden Fall brauchst und auf welche Du verzichten kannst. Gerade wenn Du ein bestimmtes Budget einhalten musst, solltest Du bei der Auswahl darauf achten, dass Die Maschine zu Dir passt. Das ist auch besonders wichtig, wenn Du Dir eine Maschine zum Geburtstag oder zu Weihnachten wünscht. Überlasse dem Schenker auf keinen Fall die Auswahl der Nähmaschine. Wünsche Dir ein bestimmtes Gerät oder einen Gutschein.

Ich habe mir die Gritzener 788* ausgesucht, weil ich denke, dass sie zu mir passt. Daher empfehle ich sie auch gerne weiter.

Was ist „Differentialtransport“?

Nähmaschinen mit Differentialtransport verfügen über zwei Stofftransporteure, die dafür sorgen, dass der Stoff durch die Maschine gezogen wird. Es gibt den Haupttransporteur und den Fronttransporteur. Der eine zeiht von hinten, der andere schiebt von vorne. Die Besonderheit ist, dass die Transporteure unabhängig von einander arbeiten. Das heißt, sie können in unterschiedlichen Geschwindigkeiten laufen. Je nachdem welches Tempo man für vorne und hinten einstellt entsteht eine glatte, eine gestauchte (gekräuselte) oder überstreckte Naht. Über den Differentialtransport stellst Du das Verhältnis der Geschwindigkeit der Transporteure ein.

  • Ist der Differentialtransport neutral eingestellt, wird der Stoff vorne und hinten in der selben Geschwindigkeit transportiert.
  • Wird der Differentialtransport höher eingestellt transportiert der Fronttransporteur den Stoff schneller als der Haupttransporteur. Diese Einstellung hat den Effekt, dass die Naht gekräuselt wird.
  • Bei Einstellungen unterhalb der neutralen Position arbeitet der Haupttransporteur schneller als der Fronttransporteur. Der Stoff wird also durch die straffere Naht gestreckt.

Warum muss ich die großen Overlock Konen zum Nähen verwenden?

Zunächst die gute Nachricht: Wenn Du gerade keine Kone in der passenden Farbe zur Hand hast, kannst Du auch normales Nähgarn verwenden. ABER: Vermutlich kommst Du damit nicht weit. Für das Nähen mit der Overlock benötigst Du sehr viel mehr Faden als mit deiner normalen Nähmaschine. Außerdem ist der Faden auf den kleinen Garnrollen schwerer. Du wirst also auch an der Fadenspannung noch nachjustieren müssen. Um Dir das alles zu ersparen, kaufe lieber Konen. Die sind zwar etwas teurer, aber schließlich ist da ja auch mehr Faden drauf. Ich habe übrigens sehr gute Erfahrung mit den Konen von Lidl gemacht. Die gibt es hin und wieder mal und sind immer sehr schnell ausverkauft. Also halte die Augen auf

Wie verhindere ich, dass der Faden an der Stoffkante Schlaufen bildet?

Wenn der Faden an der Stoffkante zu lose erscheint, solltest Du Dir zunächst den Differentialtransport ansehen. Wenn Du ohne arbeiten willst, schalte ihn aus. Stelle außerdem sicher, dass das Obermesser richtig eingestellt ist. Im nächsten Schritt prüfe bitte ob die Fadenspannung des Unter- und Oberfadens. Abgesehen von der korrekten Fadenspannung sollte die Maschine auch korrekt eingefädelt sein. Oft hilft es alles nochmal neu einzufädeln.

Ist richtig eingefädelt?

Prüfe also den Fadenweg jeden einzelnen Fadens. Und überprüfe die Fadenspannung der Fäden. Es gibt je nach Maschine Empfehlungen für die richtige Fadenspannung. Die solltest Du in der Bedienungsanleitung finden. Diese Empfehlungen sind allerdings nur Anhaltspunkte. Wenn Du einmal eine richtige Einstellung gefunden hast, schreib Dir die Einstellungen am Besten auf. Ich nutze dazu einen kleinen Zettel, das ich im Zubehörfach meiner Nähmaschinentasche lagere.

Willst Du die Näheinstellungen genau dokumentieren?

Lege Dir einen Ordner deiner Wahl an, den Du griffbereit hast. Dort legst Du Dir Stoffmuster und eine Beschreibung der perfekten Einstellung gemeinsam ab. Wenn Du nun diesen oder einen ähnlichen Stoff nochmal vernähen willst, hast Du ganz schnell Deine Einstellungen griffbereit.

Wie oft soll man die Overlockmaschine reinigen?

Beim Nähen mit der Overlock entstehen jede Menge Fussel und Stoffabrieb. Es empfiehlt sich daher die Maschine nach jedem Projekt zu reinigen. Wenn Du an einem größeren Nähprojekt arbeitest ist es durchaus sinnvoll auch zwischendurch den Staub und die Fussel zu entfernen.

Achte darauf, dass sich in der Fadenführung keine Fussel befinden. Außerdem solltest Du sicherstellen, dass rund um die Messer keine Ansammlungen von Fäden und Stoffresten vorhanden sind.

Bitte verwende keine Druckluft um die Maschine auszublasen. Puste auch nicht in Deine Maschine. Das tut der Maschine nicht gut. So beförderst Du den Staub und auch Feuchtigkeit in die Maschine hinein. Im Idealfall befreist Du deine Overlock mit einem Pinsel von Fusseln und Stoffresten. Ich bevorzuge einen kleinen Handstaubsauger* zur Reinigung.
Oder kennst Du schon den Nasensauger-Trick?

Der Nasensauger-Trick
Wenn Du täglich mehrere Stunden nähst, solltest Du einmal in der Woche eine größere Wartung durchführen. Das beinhaltet dann auch das Ölen aller beweglichen Teile.

Wichtig: Auch die Fadenstange muss geölt werden!

Warum ist die Pflege der Maschine wichtig?

Wenn Du die Maschine regelmäßig reinigst verhinderst Du, dass sie lauter wird, das Stichbild unregelmäßig wird und Probleme mit der Fadenführung. Wenn Du die Maschine gereinigt hast, solltest Du sie abdecken, oder in eine Nähmaschinentasche packen.

Video zur Reinigung einer Maschine

Wann schaltet man beim Nähen mit der Overlock das Obermesser ab?

Es kann mal passieren, dass Du nicht möchtest, dass die Stoffkante geschnitten wird. Zum Beispiel wenn Du im Zuschnitt zu knapp geschnitten hast. Oder wenn Du Bündchen nähst. Dann schaltest Du das Messer aus und nähst nochmal ein paar Zentimeter über das bereits Genähte drüber.  Das erspart Dir das Vernähen der Fadenraupe und somit Zeit.
Es kann aber auch sein, dass die Stoffkante eh schon sauber ist und Du Dir das zusätzliche versäubern der Kante sparen kannst. Je Einfacher sich das Obermesser abschalten lässt, desto flexibler bist Du im Nähalltag. Bei der Gritzner 788 kannst Du das Obermesser über einen Schalter am Gehäuse ganz einfach wegklappen. Ein Grund warum ich sie so liebe.

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